Bilder über Geschichte und Geschichtsbilder
Heute rechnet man die Historienmalerei weitgehend zum typischen Kitsch des 19. Jahrhunderts. Viele der
einst bekannten Werke verschwanden als "Historienschinken" in den Depots der Museen, und ihre Schöpfer
wurden, von zahllosen Kunsthistorikern auf die Müllhalde der Geschichte gewünscht und deshalb in den
meisten Lexika stillschweigend ignoriert.
Dennoch ist die Historienmalerei nicht völlig verschwunden. Kennt man erst einmal einige der Bilder, so
begegnet man ihnen heutzutage wieder bei vielen Gelegenheiten. Zeitschriften benutzen sie gerne als
kostengünstige Illustrationen, einige zieren die Einbände von historischen Romanen, andere die Hüllen
von Heavy-Metal-CDs und wahrscheinlich gibt es keinen Onlineshop von Postern, der nicht zumindest einige
Motive im Angebot hat. Ridley Scott ließ sich von einem Gemälde Gérômes zu seinem Film "Gladiator"
anregen. Vor allen aber die moderne Fantasy-Art (ob es sich dabei um Kunst handelt, sei dahingestellt)
ist ohne die Historienmaler des 19. Jahrhunderts nicht denkbar.
D.h. die "hohe Kunst" hat nun die Niederungen der populären Kultur erreicht. Aber gerade das sollte kein
Grund sein, sie zu ignorieren. Wir wollen uns deshalb ausführlich mit dieser Kunstrichtung beschäftigen,
ihre Entwicklung nachvollziehen, ihre beliebtesten Themen genauer untersuchen, ihren Beitrag zum
Selbstverständnis der Nationalstaaten aufzeigen. Vor allen Dingen wollen wir aber der Frage nachgehen,
in welchem Bezug die Historienmalerei zur modernen Kunst und zur Moderne im Allgemeinen stand.
Ein beliebtes Thema, das in der Kunst auf zahllose Weisen interpretiert wird, ist
das Glückspiel
von der Antike bis zur Moderne.
Einiges speziell zum militärhistorischen Hintergrund vieler Bilder findet man bei
Kriegsreisende
dem e-zine mit der Geschichte der Söldner.
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