Antonio Gisbert Pérez (1835-1902)
Gisbert Pérez studierte Kunst an den Akademien in Madrid und
Paris und erhielt dann ein Stipendium für einen fünfjährigen
Aufenthalt in Rom. Gerade zurückgekehrt erhielt er für sein Gemälde
"Los Comuneros de Castilla" den ersten Preis der Nationalausstellung von
1860. Große Aufträge folgten. Gisbert Pérez porträtierte
wichtige Männer des politischen Lebens und malte im Auftrag des Parlaments.
Er galt als einer der ganz großen spanischen Historienmaler in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Wie fast allen seinen Kollegen ging es auch ihm ausschließlich
darum gegenwärtige Probleme im historischen Gewand zu demonstrieren.
Allerdings bezieht er eindeutig eine liberal-fortschrittliche Position.
Er zeigt Helden, die für bürgerliche Freiheiten kämpften,
oder einen Kinderkönig, der auf die Akklamation der Volksvertretung
angewiesen ist. Dabei übernehmen die "Liberalen" die traditionelle
Position der christlichen Märtyrer –ganz im Gegensatz dazu spielt
die Kirche als Werkzeug der Mächtigen keine sehr positive Rolle.
|