Sir John Everett Millais (1829 -1896)
Millais kam aus einer wohl situierten englischen Familie. Er muss sehr
talentiert gewesen sein, denn er wurde bereits im Alter von 11 Jahren an
der „Royal Academy schools” aufgenommen. Während des Studiums befreundete
er sich mit den Künstlern William Holman Hunt und Dante Gabriel Rossetti,
mit denen er 1848 die "Präraffaelitische Bruderschaft" gründete,
eine Gruppierung, die in ganz Europa enormen Einfluss haben sollte.
Die Präraffaeliten wandten sich vor allem gegen die überladene
dekorative Malerei ihrer Zeit, deren Wurzeln sie in Renaissance und Barock
ausmachten, und orientierten sich deshalb vor allem an der Kunst der Spätgotik
und Frührenaissance. Es versteht sich dabei zwar von selbst, dass
sie für die großen "Historienschinken" nicht viel übrig
hatten. Dennoch wurde durch das romantische Interesse am Mittelalter, die
Vorliebe für Mythen und Sagen Geschichte zu einem ihrer wichtigsten
Sujets.
Diese Einstellung lässt sich an den Bilder von Millais recht deutlich
erkennen. Er vermeidet zwar das große Spektakel, heroische Schlachtengetümmel
und patriotisches Getöse, beschränkt sich auf wenige Personen,
die zudem eher eine Opferrolle einnehmen. Trotzdem ist auch für ihn
Geschichte das Transportmittel um Probleme der Gegenwart zu illustrieren.
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